Leitartikel des Landesvorsitzenden


 

Liebe Mitglieder, liebe Mitstreiterinnen & Mitstreiter,

 Zwischendurch wollen wir mal etwas Positives hören, nicht immer nur das Gejammer darüber, wie schlecht die Versorgung der Diabetiker ist und was wir inzwischen wieder alles nicht erstattet bekommen. Also: Es gibt einige wirklich gute Sachen. Dazu gehört sicher die Möglichkeit, kontinuierlich den Zucker zu messen (CGM). Na ja, es ist nicht der Blutzucker, sondern der Zucker im Gewebe, aber immerhin, damit kann man viel anfangen.   

CGM: mehr Sicherheit im Umgang mit dem Diabetes  

 Es gibt Diabetiker, die behaupten, dass ein solches Gerät mehr Sicherheit im Umgang mit dem Diabetes bringt als die Insulin-Analoga. Man braucht, insbesondere wenn man allein ist, viel weniger Angst vor einer nächtlichen Hypoglykämie zu haben. Auch gibt es die Beobachtung, dass die „Blutzuckereinstellung“ besser ist als ohne, der HbA1c-Wert (Langzeitwert) ist besser, d. .h. nicht zu hoch und nicht zu niedrig. Es gibt noch eine viel aufregendere Entwicklung: die Kombination von CGM und Insulinpumpe. Dabei wird durch entsprechende Programme soviel Insulin von der Pumpe abgegeben wie gerade nötig. Wenn das funktioniert, hätten wir das „künstliche Pankreas“. Das klappt noch nicht ganz zuverlässig, aber die Entwicklung ist schon sehr weit, und wir können uns darauf einstellen, dass diese Geräte in absehbarer Zukunft angeboten werden.Wer das dann bezahlt, ist noch unsicher. Die Krankenkassen weigern sich ja, die kontinuierliche Glukosemessung zu erstatten   

Zwar ist ein Prozess vor dem Sozialgericht Detmold bereits von einem Diabetiker gewonnen worden, der seine Krankenkasse zur Übernahme der Kosten zwingen konnte (wir berichteten). Nun wehren sich die Krankenkassen trotzdem weiter dagegen, so gut sie können, mit Hilfe des MDK. Aber halt: Wir wollten ja nicht jammern! Doch was sollen wir machen, wenn wir die Neuerungen, die es nicht nur im Medikamentenbereich, sondern auch bei den technischen Entwicklungen gibt, wirklich einsetzen wollen? Manchmal denke ich, dass die Verantwortlichen (z. B. im Gemeinsamen Bundesausschuss), die über die Erstattungsfähigkeit von Medikamenten und technischen Entwicklungen entscheiden und sich dabei, wie wir schmerzlich erfahren mussten, systematisch über die Realität hinwegsetzen, einmal selbst Diabetes bekommen müssten. Dann könnten sie vielleicht verstehen, was das bedeutet. Aber halt, halt, halt: Wir wollen ja nicht jammern! Wir hoffen, dass diese Neuerungen bald jedem, auch dem gesetzlich Versicherten, zur Verfügung stehen.

Mit guten Wünschen für das neue Jahr verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

 

Ihr  
Prof. Dr. med. Hermann von Lilienfeld-Toal
Vorsitzender des DDB LV Hessen e.V.,
Stellvertretender Vorsitzender des DDB Bundesverbandes

 


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Geändert am: 18.01.12